Unser Kurztrip ins Chianti: Florenz entdecken

Sonntag…zurück in Florenz:

Entgegen der entmutigenden Wettervorhersage werden wir auch heute von der Sonne wach gekitzelt. An diesem Tag steht ein Picknick im Palastagarten des Palazzo Pitti und die Erkundung des Domkomplexes auf Mamas Reiseplan. Gutgelaunt machen wir uns auf den Weg nach Florenz. Diesmal mit dem Auto, denn unser erster Anlaufpunkt ist der erhöht gelegene Piazzale Michelangelo. Wer sich schon mal die unzähligen Stufen mit einem Buggy im Schlepptau hoch zur florentinischen Aussichtsterrasse gequält hat, versteht genau, warum wir heute die bequeme Anfahrt im Auto gewählt haben 😉 Egal wie man nun auf die Terrasse hochkommt, die Anstrengung lohnt sich: Von hier zeigt sich die wohl schönste Stadt der Welt im Postkartenmotiv!

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Meiner Meinung entpuppt sich die wahre Schönheit dieser mittel-italienischen Stadt tatsächlich vor allem aus der Vogelperspektive! Hier meine drei Tipps, um Florenz von seiner Schokoladenseite zu bewundern und Instagram taugliche Reisefotos zu schießen, die nicht nur die „geliebte“ Arbeitskollegin vor Neid zum Erblassen bringen.
1) Piazzale Michelangelo (praktisch da leicht mit Auto oder Bus zu erreichen, gerade wenn man mit sehr kleinen Kindern unterwegs ist).

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2) Der Klosterkomplex San Francesco im 2 km entfernten Fiesole (Frühaufsteher werden hier mit einem der beliebtesten Toskanamotive samt pittoresker Nebeleffekte belohnt; neben dem Kloster lohnt sich in Fiesole auch der Besuch der römisch-antiken Ausgrabungen, wo gerne kinderfreundliche Führungen organisiert werden).

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3) Von der Brunelleschi-Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore. (Wer die 463 Stufen hoch bis zur Plattform der Laterne bezwungen hat, dem wird es mit einem wunderschönen Ausblick über die Dächer von Florenz gelohnt; kostet aber auch 15 Euro für jeden!)

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Dem Wetter zum Trotz…

Während wir unsere obligatorischen Fotos auf der Aussichtsterrasse schießen, ignorieren wir strikt die schwarzen Gewitterwolken, die sich jetzt doch ziemlich bedrohlich am Horizont auftürmen. Schließlich wollen wir ja noch zu unserem Picknick im Boboli-Park kommen!

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Wir fahren mit dem Auto vom Michelangelo-Hügel über die Via Gallileo und Via Machiavelli runter in die Stadt, wo wir am strategisch günstig gelegenen Oltrarno Parkplatz direkt hinter der Porta Romana parken.

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Über die Via Romana schlendern wir in Richtung Palazzo Pitti und ignorieren weiterhin stur das einschüchternde Donnergrollen. Die Sonne scheint noch und das Gewitter zieht bestimmt an anderer Stelle vorbei! Gerade wollen wir die typisch florentinischen Focacce für unser königliches Picknick im Palastgarten erwerben, da belehrt uns heftiger Platzregen eines Besseren: endlich zur Vernunft gekommen, verspeisen wir artig unsere Focacce auf die Hocker der etwa 5 qm großen Bar gequetscht!

Mamas Besichtigungstour wird also kurzer Hand zusammen gestrichen und wir nutzen die Regenpausen, um über den Ponte Vecchio in Richtung Dom vorzudringen. Dank einer neuerlichen Sintflut sind wir leider (!) gezwungen, in einer der inzwischen überall anzutreffenden Venchi Eisdielen einzukehren! Absolut probieren: Cremino und Crema Venchi!

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Angefeuert vom kleinen Jaques, der aus dem Trockenen seines Buggy die königlichen Kutschenpferde (sprich den Rest der Familie) zum Galopp antreibt, schaffen wir es schließlich doch noch ins Innere des riesigen Doms. Von der schummerigen Monumentalität des Bauwerkes beinahe eingeschüchtert, bewundern wir die von Vasari und Zuccari  affreskierte Kuppel.

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Da der Regen aber schier nicht enden will, verzichten wir am Ende auf den Aufstieg zur Laterne. Wir geben uns nun doch geschlagen und treten den Rückweg zu unserem Auto an. Völlig durchnässt an unserem Vehikel angekommen, schließt der Himmel wie durch Zauberhand seine Schleusen und die strahlende Sonne spottet über unseren durchweichten Häuptern!!!

Ziemlich müde kehren wir in unser schönes Feriendomizil zurück und auch dieser Tag endet…in der Osteria Masaccio. Die köstlichen Bruschette mit Sardinen (die beliebte italienische Vorspeise spricht man übrigens „Bruskette“ aus 😉 ), gefolgt von gegrillten Fischspießen, verhelfen uns zu neuen Lebensgeistern und wir lachen gemeinsam über unser heutiges Abenteuer. Wir kommen zu dem Schluss, dass es trotz Sintflut ein weiterer wunderschöner Tag gewesen ist! Familienleben bedeutet eben auch Improvisieren: Programme müssen mit Kindern ohnehin immer elastisch bleiben! Und trotzdem kann ein Wettrennen auf Florenz überfluteten Straßen, Dank eines kleinen grölenden „Kutschers“ zum unvergesslichen Familienerlebnis werden!

Die Chiantiregion und die Vallombrosa

Für uns, die wir auf den Hügeln Bolognas wohnen, ist die Toscana ein praktisches Reiseziel für Kurztrips in Alternative zur nahen Adriaküste. Über die landschaftlichen Vorzüge der Toskana zu reden, kann ich mir hier wohl getrost ersparen…

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Der Ferienhof Fattoria Antognoni ist unser Geheimtipp für die Chiantiregion, und besonders für Familien geeignet, die familiären Toskana-Charme bevorzugen. Er ist ein idealer Ausgangspunkt für Exkursionen zu den näheren toskanischen Städten, wie Florenz oder Arezzo. Familien gibt er gleichzeitig die Möglichkeit, sich am Nachmittag auf dem wunderschönen, weitläufigem Gelände mit riesigen Swimmingpool vom Besichtigungsstress zu erholen. Aber auch die direkte Umgebung lädt mit ihren hübschen mittelalterlichen „Borghetti“ (ita.: mittelalterliche Ansiedlungen; besonders empfehlenswert Castelfranco di Sopra) und den Wäldern der Vallombrosa zu familienfreundlichen Spaziergängen ein.

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Am nächsten Morgen verabschieden wir uns schweren Herzens von unserem geliebten Feriendomizil im Chianti und freuen uns dafür schon ganz besonders auf ein neues Mal 😉

Meine Links und Besichtigungstipps für die Region:

www.fattoria-atognoni.com
www.urlaub-toskana.net/
www.visitflorence.com
www.venchi.com/it/en/
www.chianti.com/what-to-do-in-chianti/
www.visititaly.it/cosa-vedere/toscana/vallombrosa.aspx
www.ristorantemasaccio.com/

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